Ein paar Daten zu unserer Geschichte

1895 werden die Naturfreunde in Wien von dem Volksschullehrer Georg Schmiedel, dem Sensenschmied Alois Rohrauer sowie dem damaligen Studenten und späteren österreichischen Kanzler Karl Renner gegründet. Ziel des Vereins war es, die Arbeiter aus dem Elend der Städte heraus in die Natur zu führen, um sie dort zu gebildeten und klassenbewussten Menschen werden zu lassen. Ihr Gruß "Berg Frei" stand für die Forderung, allen Menschen - und nicht nur den reichen Grundbesitzern - den Zugang zur Natur zu ermöglichen.

Die Idee der Naturfreunde wurde vor allem von wandernden Arbeitern verbreitet, in vielen Orten entstanden neue Gruppen und 1905 wurde in München die erste Ortsgruppe in Deutschland gegründet.

1907 entstand des erste Naturfreundehaus auf dem Padasterjoch in den Stubaier Alpen. Da den Naturfreunden bei ihren Wanderungen die teuren bürgerlichen Unterkunftsmöglichkeiten ohnehin nicht zur Verfügung standen, errichteten sie in mühevoller Handarbeit in ihrer knappen Freizeit immer mehr Naturfreundehäuser.

1912 gründeten 22 Personen die Ortsgruppe Düsseldorf der Naturfreunde. Bald wuchs die Gruppe auf über 120 Mitglieder an, so dass sie geteilt werden musste, weil kein genügend großer Versammlungsraum zur Verfügung stand. 1922 wurde in Gerresheim eine weitere Ortsgruppe gegründet.

1925 wurden die Naturfreunde-Ortsgruppen in Deutschland zu einer Reichsgruppe zusammengefasst, eine Geschäftsstelle in Nürnberg wurde eingerichtet. Ein Jahr später wurde die Naturfreundejugend Deutschlands als eigenständige Jugendorganisation im Gesamtverband gegründet.

1926 konnte die Ortsgruppe Düsseldorf eine Baracke aus den Restbeständen der GESOLEI (Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübung) kaufen und an der Eisenstraße errichten. Das zweite Naturfreundehaus in Düsseldorf, nach dem Naturfreundestützpunkt Ringelswiese in Gerresheim, war entstanden. Ein Jahr später erwarb die Ortsgruppe Gerresheim ein Grundstück an der Morper Straße, um dort mit dem Bau eines Naturfreundehauses zu beginnen, das 1932 vollendet wurde.

1933 gelangt der Nationalsozialismus in Deutschland an die Macht, als eine der ersten Organisationen werden die Naturfreunde verboten, ihr Vermögen wird beschlagnahmt und viele ihrer Mitglieder verhaftet und verfolgt. Das Naturfreundhaus an der Eisenstraße wurde von der Hitlerjugend in Besitz genommen, das Haus in Gerresheim 1936, also drei Jahre nach der Beschlagnahmung, an einen Privatmann verkauft.

Nach dem Ende des Nationalsozialismus und des zweiten Weltkriegs begannen 1945 die ersten Ortsgruppen, sich wieder zu gründen und ihre Aktivitäten aufzunehmen. Auch die Ortsgruppe Düsseldorf nahm ihre Aktivitäten bereits 1945 wieder auf.

1948 wird die wieder gegründete Bundesgruppe der Naturfreunde Deutschlands wieder in die Naturfreunde-Internationale aufgenommen.

Naturfreundehaus Emmastraße

Da das Naturfreundehaus in der Eisenstraße im Krieg zerstört wurde und um das Haus in Gerresheim noch bis 1954 prozessiert werden musste (tatsächlich mussten wir bis 1959 warten, bis der letzte Mieter ausgezogen war), begannen die Düsseldorfer Naturfreunde 1950 auf einem gepachteten Gelände an der Emmastraße mit dem Bau eines neuen Hauses, das bereits 1951 eingeweiht werden konnte. Neben mehreren kleineren Räumen verfügte es über einen großen Veranstaltungssaal und 30 Übernachtungsmöglichkeiten. Das Haus erfreute sich sowohl für Veranstaltungen als auch für Übernachtungen großer Beliebtheit auch außerhalb der Naturfreundeorganisation.

In den 50er und 60er Jahren beteiligten sich die Naturfreunde an den Kämpfen gegen Remilitarisierung, Atwombewaffnung sowie an der Ostermarschbewegung. In vielen Regionen treten die Naturfreunde offensiv für den Erhalt von Naturdenkmälern und wertvollen Lebensräumen ein.

Da das Naturfreundehaus an der Emmastraße mittlerweile teilweise sanierungsbedürftig war und die sanitären Einrichtungen nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprachen, ein Umbau jedoch zu aufwändig und nicht finanzierbar war, beschloss 1974 die Mitgliederversammlung der Ortsgruppe, das inzwischen mitten in einem Gewerbegebiet liegende Haus zu verkaufen und stattdessen das Naturfreundehaus in Gerresheim entsprechend auszubauen. 1978 erfolgte der Baubeginn für den An- bzw. Neubau in Gerresheim, 1980 konnte die Einweihung gefeiert werden.

1989 begann die Naturfreunde-Internationale mit ihrer Kampagne "Landschaft des Jahres", die grenzüberschreitende und besonders erhaltenswerte Landschaften in den Mittelpunkt stellt. Gemeinsam mit Initiativen vor Ort werden Forderungen für eine nachhaltige Entwicklung der Region erarbeitet, vielfältige Veranstaltungen bringen (nicht nur) Naturfreunden diese Landschaft näher. Bisherige Landschaften des Jahres waren:

1989 Bodensee (A, CH, D) ... 2001/02 Das Alte Flandern (B, F)
1990 Neusiedlersee (A, H)   2003/04 Lebuser Land (D, PL)
1991/92 Eifel / Ardennen (B, D)   2005/06 Jura (CH, F)
1993/94 Odermündung (D, PL)   2007-09 Donaudelta (ROM, UKR)
1995/96 Alpen (A, CH, D, F, I)   2010/11 Slowakischer Karst (SK, H)
1997/98 Maas (B, D, NL)   2013/14 Oberrhein (CH, D, F)
1999/2000 Böhmerwald / Sumava (CZ, D)      
Das Buch "Die Düssel"

1995 begingen die Naturfreunde mit einer Vielzahl von Veranstaltungen ihr hundertstes Jubiläum. Die Ortsgruppe Düsseldorf veröffentlichte aus diesem Anlass das Buch "Die Düssel - Naturfreunde erkunden eine Landschaft" mit naturkundlichen und historischen Beschreibungen dieses Flusses und seiner Umgebung.

1999 besuchten viele Interessierte im Naturfreundehaus Gerresheim die Ausstellung "Von Neanderthalern und Naturfreunden" über die Entwicklungsgeschichte der Menschheit, die von der Ortsgruppe Düsseldorf erstellt wurde.

2001 schlossen sich die bisher selbständigen Landesverbände Rheinland und Westfalen zum Landesverband Nordrhein-Westfalen der NaturFreunde zusammen. Für die NaturFreunde Düsseldorf beginnt im März das Internet-Zeitalter: die Homepage der NaturFreunde Düsseldorf geht online. Und ab August produziert die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Naturfreundehauses umweltfreundlichen Strom aus Sonnenenergie.

Die Urkunde für den ersten Platz im Wettbewerb "Einsteigen - naturfreundlich unterwegs"2004 benannte sich die Ortsgruppe Düsseldorf von "Touristenverein Die Naturfreunde" in "NaturFreunde Düsseldorf" um. Damit soll der breite Ansatz in Freizeitgestaltung, Umweltschutz und Gesellschaftspolitik besser zur Geltung kommen.

2005 feierten die NaturFreunde Deutschlands ihr 100-jähriges Bestehen, unter anderem mit einer großen Festveranstaltung in München, wo die erste Ortsgruppe gegründet wurde. Die NaturFreunde Düsseldorf beteiligten sich mit einer Vielzahl von Aktionen, unter anderem einer Wanderreihe gemeinsam mit der NRZ, am Wettbewerb "Einsteigen - naturfreundlich unterwegs" der NaturFreunde Deutschlands, der für eine umweltgerechte Freizeitgestaltung wirbt, und gewannen den ersten Platz.

2010/2011 wird die Emscher im Rahmen einer gemeinsamen Kampagne der NaturFreunde Deutschlands und des Deutschen Anglerverbands zur "Flusslandschaft des Jahres" gewählt. Auch die NaturFreunde Düsseldorf beteiligen sich mit mehreren Exkursionen an dieser Aktion.

2011 wird - nach 10 Jahren erfolgreichen Betriebs - die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Naturfreundehauses im Juni kräftig erweitert.

2012 begehen die NaturFreunde Düsseldorf ihr hundertjähriges Jubiläum. Neben einer Ausstellung im Geburtstagszimmer des Stadtmuseums finden eine Diskussionsveranstaltung im zakk zur Zukunft von Verbandsarbeit, ein Sommerfest und eine Kulturveranstaltung im Naturfreundehaus statt. Die Monate von März bis Oktober stehen jeweils unter einem Schwerpunktthema, zu dem zahlreiche kleinere Veranstaltungen angeboten werden. Die Schwerpunktthemen sind:

März Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit
April Antifaschismus, Frieden und Internationalismus
Mai Arbeiterbewegung und Geschichte der NaturFreunde
Juni Sport
Juli / August Wandern und Reisen
September Kultur
Oktober Natur- und Umweltschutz
 
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